Stolperstein-Setzung in Basel am 18. September 2025
- rurimu
- 26. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Sept.
Am Donnerstag, 18. September 2025 wurden in Basel zwei weitere Stolpersteine gesetzt.

Stolperstein für >>> Erwin Lüscher
Bäumlihofstrasse 39, Basel Erwin Lüscher wurde 1905 in Zürich geboren. Als Primarlehrer arbeitete er ab 1932 im Aargau und in Basel und wohnte an der Bäumlihofstrasse 39. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland unterstützte er von Basel aus den Widerstand badischer Sozialdemokraten. Anlässlich eines geheimen Treffens wurde er 1939 in Lörrach verhaftet und 1940 in Stuttgart zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Erst Ende 1944 kam er aus dem Zuchthaus Ludwigsburg frei. In dieser Zeit gab es von offizieller Schweizer Seite einige erfolglose Versuche, ihn freizubekommen. Nach dem Krieg arbeitete Lüscher wieder als Lehrer in Basel. 1987 zog er ins Tessin, wo er 1990 im Alter von 84 Jahren starb.
Eindrücke von der Stolpersteinsetzung für Erwin Lüscher, Bäumlihofstrasse 39, Basel
Bei der Steinsetzung für Erwin Lüscher beteiligte sich eine Schulklasse des Wirtschaftsgymnasiums. Die Schülerinnen und Schüler trugen Gedichte von Bertolt Brecht und Hilde Domin vor und präsentierten zudem ein eigenes, selbstverfasstes Gedicht über Erwin Lüscher.

Stolperstein für >>> Alice Martha Marx (-Stein)
Auberg 11, Basel
Alice Martha Stein kam am 3. Mai 1879 in Offenburg zur Welt und zog mit ihrer Familie im Alter von zwei Jahren nach Basel. 1897 erhielt die Familie das Schweizer Bürgerrecht. Später heiratete sie Alfred Marx in Heidelberg und verlor dadurch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Alfred Marx leitete die vom Vater gegründete Firma in Mannheim, die 1933 Ziel nationalsozialistischer Boykottmassnahmen wurde. 1938 musste Alfred Marx die Firma zwangsweise veräussern, ohne etwas vom Erlös der «Arisierung» zu erhalten. Bei den Novemberpogromen erlebte das Paar weitere Enteignungen und Zwangsmassnahmen. Ein Einreisegesuch in die Schweiz für Alice Marx wurde abgelehnt.
Am 22. Oktober 1940 wurden Alice und Alfred Marx zusammen mit mehreren Tausend anderen Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland ins südfranzösische Lager Gurs deportiert. Gesuche um Repatriierung scheiterten, doch entgingen sie nur durch glückliche Umstände einer weiteren Deportation in ein Konzentrationslager. Bis 1949 lebte das Paar in Lubersac in Frankreich. Nach dem Tod ihres Mannes kehrte Alice Marx nach Basel zurück, wo sie 1951 wieder eingebürgert wurde. Sie starb 1956 im Alter von 76 Jahren.
Eindrücke von der Stolpersteinsetzung für Alice Martha Marx, Auberg 11, Basel
An der Steinsetzung für Alice Marx stellte die Schulklasse des Gymnasiums Bäumlihof dem Publikum Fragen zur eigenen Vergangenheit und Verantwortung. Zudem sprach ein Nachkomme von Alice Marx eindringliche mahnende Worte.
Die beiden Stolpersteinsetzungen wurden von der Bandoneonistin Helena Rüegg musikalisch begleitet und erhielten so einen besonders würdigen Rahmen.
Die Kosten für die Steinsetzungen wurden zum ersten Mal vom Kanton Basel-Stadt getragen. Wir danken für die grosszügige Unterstützung.




















