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Stolperstein/e für 

Adolf Ferrari

Knonauerstrasse 14, Cham

Adolf Ferrari, geb. 12.11.1914 in Cham ZG. 1941 wegen Homosexualität in Metzingen D verhaftet. KZ Dachau, dann KZ Buchenwald, wo er am 18.02.1944 ermordet wurde.

Adolf Ferrari

Adolf Ferrari, né le 12 novembre 1914 à Cham (ZG), arrêté en 1941 à Metzingen (Allemagne) en raison de son homosexualité, déporté au camp de concentration de Dachau puis à Buchenwald, où il est assassiné le 18 février 1944

Adolf Ferrari (1914–1944) wuchs im Industriedorf Cham am Zugersee auf und kam in einem Konzentrationslager ums Leben. Seine Story ist auf Chamapedia dokumentiert: www.chamapedia.ch/wiki/Ferrari_Adolf_(1914–1944)

Ferraris Vater Adolf war Italiener, seine Mutter Josefine Schweizerin. Adolf Ferrari junior besuchte die Primarschule im Chamer Kirchbühl und hinterher, dank guter Noten, die Handelsabteilung der Kantonsschule in Zug. Aber sein Vater hatte Mietschulden und wurde dadurch straffällig, in Haft gesetzt und die Familie ausser Landes verwiesen. Adolf junior kam nach Italien, wo er zuvor noch nie gelebt hatte. Er emigrierte nach Süddeutschland.

Doch weil er homosexuell war, geriet er in die Fänge der Nationalsozialisten. Bei einer Schwulenrazzia wurde er aufgegriffen und in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen. In der Folge missbrauchten die Nazis auch Adolf Ferrari für medizinische Menschenversuche. Damals führten NS-Ärzte an Homosexuellen verschiedene «Untersuchungen» durch. Welche Experimente Adolf Ferrari genau über sich ergehen lassen musste, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall überlebte Adolf Ferrari diese schlimme Zeit im KZ Dachau und wurde ins KZ Buchenwald bei Weimar überwiesen. Adolf Ferrari wurde dort in eines der 147 Aussenlager verlegt, nämlich ins Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen. Dort betrieben die Nazis mit der Arbeitskraft der Häftlinge die unterirdische Rüstungsfabrik Mittelwerk GmbH. Als Homosexueller war er in der Häftlingshierarchie zuunterst angesiedelt.

Viele der Häftlinge starben an Entkräftung, Unterernährung, Lungenkrankheiten oder aufgrund der katastrophalen sanitären Bedingungen. Auch Ferrari überlebte nicht: Rund anderthalb Jahre nach der Überweisung nach Buchenwald und ein halbes Jahr nach der Verlegung ins Aussenlager verstarb Adolf Ferrari am Freitag, den 18. Februar 1944, im KZ Mittelbau-Dora. Die offizielle Todesursache lautete «Herzmuskelschwäche». Er wurde nicht einmal 30 Jahre alt. Der in Cham aufgewachsene Adolf Ferrari war zur falschen Zeit am falschen Ort und musste bitter dafür büssen.

Steinsetzung Stolperstein für

Adolf Ferrari

Bruno Werder

Wann?

21. September 2026

Wo?

Knonauerstrasse 14, Cham

Standort dieses Stolpersteins auf Karte: 

Erfahren Sie mehr über die Steinsetzung im Bericht zu diesem Anlass.

Die Gedenkanlässe finden jeweils in Anwesenheit von Angehörigen der Opfer, Mitgliedern und Freunden des Vereins sowie Quartiers- und Behördenvertretern statt. Regelmässig sind auch Schulklassen und deren Lehrer dabei, die wegen des Anlasses zuvor das Thema Holocaust in der Klasse unterrichtet haben.

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